Marianne Kohler 08. Okt 2021

Performative Wohnung Teil 2:

So geht stilvolles Einrichten auf kleinem Raum

Wohnen in smarten, performativen Wohnungen bedeutet nicht, dass die Wohnung zwingend minimalistisch und mit puren, reduzierten Wohnstilen eingerichtet werden muss. Entdecken Sie in diesem Beitrag zehn Inspirationen und Wohntipps, die Ihnen helfen, auf kleinem und beweglichem Raum stilvoll, behaglich und elegant zu wohnen.

1. Kreieren Sie einen Salon

Foto: Fritz Hansen

Verwandeln Sie Ihr Wohnzimmer oder Ihren Wohnbereich in einen Salon. Denken Sie dabei an die Salons von früher, in denen sich Künstler:innen, Intellektuelle, Politiker:innen und die Gesellschaft trafen. Damals waren die Wohnbereiche nicht so streng getrennt wie heute und der Schlafbereich weniger privat. Solche Salons waren seinerzeit in den Schlafgemächern vorzufinden. Ganz in diesem Sinne können Sie mit dem Salongedanken das Wohnen und Schlafen harmonisch und stilvoll verbinden. Wählen Sie kleinere Sitzmöbel und ergänzen Sie kleine Sofas mit leichten Sesseln, wie etwa dem Sessel Fred von Fritz Hansen. Sie können zudem gepolsterte Esszimmerstühle dazustellen oder Poufs und Hocker. Als Beistelltische wählen Sie runde Tischchen, die Sie je nach Bedarf an dem Ort platzieren können, wo sie gebraucht werden.

2. Entscheiden Sie sich für Naturtöne

Sofa Aya und Foto von Bolia.

Wenn Sie ohne grossen Aufwand Eleganz und Harmonie in Ihre neue performative Wohnung zaubern möchten, dann arbeiten Sie mit ruhigen Naturtönen. Weiten Sie die Palette von Weiss aus und wählen Sie auch Stein- und Sandtöne, ergänzt mit gebrochenen Grünschattierungen oder schaffen Sie Kontraste mit dunkleren Braun-, Zimt- und Kaffeetönen.

3. Suchen Sie nach multifunktionalen Möbeln

Möbel, die mehr als einem einzigen Zweck dienen, wurden immer dann erfunden, wenn der Platz enger wurde. So entstanden zum Beispiel in der Nachkriegszeit multifunktionale Möbel. Heute gibt es auch elegante Möbel, die vielseitig einsetzbar sind. Ein schönes Beispiel ist das neue Sofa Bay von Broste Copenhagen, das eine zusätzliche gepolsterte Fläche bietet, welche als Couchtisch genutzt werden kann.

4.  Wählen Sie flexible Lösungen

Performative Wohnungen bieten flexiblen Wohnraum, der immer wieder anders genutzt werden kann. Setzen Sie das auch bei der Einrichtung um und wählen Sie nicht die grossen, unverrückbaren Möbelstücke, sondern modulare Modelle. Diese können Sie einzeln einsetzen, in verschiedene Bereiche stellen, zusammenschieben und ergänzen. Bei Polstermöbeln und Regalen finden Sie viele spannende modulare Exemplare. Ebenfalls interessant sind Satztische. Sie lassen sich einzeln einsetzen und bei Bedarf ineinanderschieben. Versetzen Sie gewissen Möbeln auch mit Rollen. So können Sie diese einfach von einer Ecke zur anderen rollen.

5. Nutzen Sie die Talente der Beistelltische

Foto: Schönbuch

Es gibt Möbel, die können Vieles und das ohne Einbau von speziellen Funktionen. Dazu gehören die Beistelltische. Sie sind nicht nur treue, schöne und praktische Begleiter zu Sitzmöbeln, sondern können zum Bett, ins Bad oder auch in die Küche gestellt werden. Ein schönes elegantes Beispiel ist der Tisch Amanita von Christian Haas für Schönbuch.

6. Setzen Sie Stil und Styling ein

Foto: Artiana

Weniger Platz zur Verfügung zu haben bedeutet nicht, dass auf schöne Dinge und Inszenierungen verzichten werden muss. Wenn Sie sich für Wohnstile entscheiden, die klassisch und zugleich modern sind, dann können Sie diese  üppiger oder auch reduzierter in Szene setzen. An einem hübschen weissen Holztisch, wie diesem hier von Artiana, können Sie sowohl arbeiten wie auch mit Gästen ein festliches Dinner geniessen.

7. Tricksen Sie mit runden Tischen

Möbel, Accessoires und Foto von Broste Copenhagen.

Runde Tische schaffen, was ihre eckigen Verwandten nicht ganz hinkriegen. Sie funktionieren für das private Dinner allein oder zu zweit und bieten genügend Platz für Gäste. Zudem sind sie gut zugänglich, auch wenn sie in einer Ecke stehen – und sie wirken immer elegant. Eine sehr gute Wahl also, um sie in einer kleinen, performativen Wohnung einzusetzen.

8. Entscheiden Sie sich für edle Materialien

Foto von Ferm Living.

Seit einer Weile macht eine neue Art von Luxus von sich reden. Slow Living, Nachhaltigkeit, Handwerk und hochwertige Materialien gehören dazu. Wählen Sie also edle Materialien. Es gibt aber nicht nur schöne Naturmaterialien, sondern auch neue und recycelte Rohstoffe.

9. Schaffen Sie Eleganz

Foto von Jotun.

Was eine Einrichtung wohnlich und chic macht, ist die Eleganz. Diese kreieren Sie mit hübschen Dingen, besonderen, warmen und edlen Farbtönen sowie einem liebevollen Styling, das nicht aufgesetzt, sondern lebendig und ein wenig beiläufig wirkt. Vergessen Sie die Kunst nicht und geben Sie persönlichen Lieblingsstücken einen wichtigen Platz. All das braucht keine grossen Räume, sondern einfach die Freude am Einrichten und am schönen Wohnen. Ein guter Trick um schnell, flexibel und ohne grossen Aufwand Farbe in einen Raum zu zaubern geht so: Streichen Sie eine grosse Leinwand in einer Lieblingsfarbe und stellen Sie diese wie ein Bild an die Wand gelehnt.

10. Spielen Sie mit Proportionen

Möbel, Wohnaccessoire und Foto von House Doctor.

Bloss weil der Wohnraum begrenzt ist, bedeutet das nicht, dass alles klein und bescheiden sein muss. Gerade kleinen Räumen tun einzelne starke Stücke und solche, die eine gewisse Grösse und Präsenz haben sehr gut. Gönnen Sie sich also die eine übergrosse Vasenlampe, eine grosse Papierhängeleuchte, einen dominanten Spiegel, den Sie an die Wand lehnen können, oder auch einfach einen Korb, ein Windlicht oder eine Vase, die viel hermacht. Sie sind die Hingucker, welche Ihre Einrichtung vollkommen machen.

 

 

Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint.

Link zum Blog Marianne Kohler: www.mariannekohler.ch

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